Elchland

 

Heute war unser letzter Tag in Kilen am Flåvatn See (Beschreibung siehe hier und damit auch unser letzter Tag in Norwegen, wenigstens für dieses Jahr. Morgen geht es zurück nach Kristiansand und von dort nach Hause.

 

Wir hatten uns für heute noch eine Wanderung vorgenommen. 3 1/2 Stunden sollten es werden. Die Berge hier herum sind schließlich auch so um die 900 - 1.250 m hoch und Waldwege zum Wandern gibt es genug.

 

Gestern hatte uns unser Campingplatz Besitzer erzählt, dass es hier jede Menge Elche gibt. Er hatte uns einen Platz genannt, wo wir sie sehen können, da sie so um 22 Uhr von den Bergen herunterkommen.

 

Wir begaben uns auf die Pirsch. Wir sollten durch den Fluss in ein Sumpfgebiet hinein, dies wäre die beste Stelle. Wir blieben jedoch im Auto, bis ca. 23:00 Uhr. Was wir nicht sahen war ein Elch. Vielleicht sah er uns und blieb deswegen weg.

Heute war dann die Wanderung. Bereits auf dem Weg bergauf sahen wir jede Menge Elchspuren (siehe Bild links oben - zum Vergleich habe ich meine Uhr daneben gelegt). Und wieder kein Elch.

 

Was ein Glück, denn eigentlich war uns mulmig zu Mute. Der Städter freut sich auch über Elchspuren. Die Hunde hatten wir den ganzen Weg angeleint, nicht auszudenken was passiert wäre, wenn wir einen Elch getroffen hätten. Der Elch kickt sie mit ein em Schlag seiner Hufe weg.

 

Welch ein Land. Welch eine Weite. Wir kommen wieder.

 

Good by Kilen, good by Norway.

 

 

 

 

Nachtrag.

War es doch Eingebung. Meine Frau sagte zu mir anschließend, sie hätte es vorausgesehen. Kaum waren wir heute morgen nach der Wegfahrt vom Kilen Feriesenter 2 Km gefahren schrie sie "ein Elch, ein Elch, hast Du den im Weg stehen sehen". Ich leitete sofort die Notbremsung ein und wendete. Tatsächlich, da war er. Aufgrund unseres Manövers war er mittlerweile von der Hauseinfahrt (er stand wirklich direkt bei einem bewohnten Haus), in den daneben liegenden Wald gelaufen. Es war der 21.06.02 und gerade mal 09:00 Uhr. Möglicherweise hatte dem Elch der schattige Platz so gut gefallen, dass er vergessen hatte in das Gebirge zurückzulaufen. Im Gegensatz zu unserer ersten Elchkuh, die wir im Sommer 1996 in freier Wildbahn mitsamt ihrem Jungen in der Nähe von Stockholm gesehen hatten, war dies ein Bulle. Noch viel mächtiger und Angst einflößend. Jetzt kann ich mir vorstellen, was es bedeutet, auf der Straße einen Elch vor dem fahrenden Auto zu haben. Das Bild haben wir schnell machen müssen, da der Elch anschließend wegtrabte. Damit er darauf erkennbar ist, haben wir das Bild etwas aufgehellt und einen roten Kreis um den Elch gezogen.

 

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