Schweden - Norwegen 2014 mit Dodo und Claire

 

Tag 15 - 16.06.2014 - Skellefteä - Arvidsjaur - Arjeplog

 

Gestern Abend haben wir noch unseren Enkelkindern gewunken. Wo? Wir haben uns vor die Webcam auf dem Campingplatz gestellt. So mancher saß zu Hause auch am PC und hat mit gesehen. ( http://87.251.192.135/cgi-bin/guestimage.html)

 

Heute Nacht gab es Krach vor der Tür. Die Möwen stritten sich um unsere Abfalltüte. Wusste gar nicht, dass Möwen so weit ins Landesinnere fliegen, denn de Küste ist doch wohl noch mehr als 10 Km entfernt. Jetzt müssen wir unser Abfallmanagement nochmals überdenken und anders gestalten. Schließlich gibt es nicht nur Elche hier, sondern auch Braunbären lauern an manchen Ecken.

 

Mitte nächster Woche werden wir wohl 'erst' am Nordkap sein. Wir haben vor, direkt auf dem Plateau zu übernachten. Wer wissen will wie es dort aussieht, oder wie das Wetter dort ist, klicke bitte hier: http://nordkapp.livecam360.com/cam3/flash/main.php. Eine 360 Grad Übersicht inklusive des Stellplatzes für die Camper.

 

Die Temperatur ist auf 10 Grad gesunken. Der Himmel ist bewölkt und heute fahren wir ins Läppilappiland nach Arvidsjaur. Am Nordkap sind aktuell 1 Grad. Während unseres Frühstücks trainierte die Skimannschaft von Skellefteä auf dem Platz. Der Platz ist ja nicht nur ein Campingplatz, sondern auch die Skiarena.

 

Wie man auf einem der Bilder sehen kann geht hier die Sonne um 23:26 Uhr unter und ca. 2 Stunden später wieder auf. Dazwischen bleibt es hell, es wird nicht mehr dunkel. Die 9 Grad plus entsprachen gefühlten 3 Grad. In der Sonne allerdings benötigte man trotzdem wieder Sonnenschutz.

 

Auf dem Weg nach Arvidsjaur war wieder eine Baustelle. Diesmal gefühlte 50 Km lang. Trotzdem ging es schnell voran. Wir kamen gerade an, als die Ampel grün wurde und der obligatorische Lotsenwagen die Kolonne in Gang setzte.

 

An fast allen Straßen in Schweden, sei es eine Europastraße oder eine Landesstraße, stehen Wildzäune. Die sollen verhindern, dass Elche auf die Straße springen. Die Firma, die diese Wildzäune herstellt, muss sich eine goldene Nase verdient haben. Die Einfahrten in Waldwege, wenn es denn welche gibt, sind mit Toren verschlossen, die man nicht öffnen kann. So dauert es halt immer ein wenig, bis Dodo sein Bächlein in den Wald setzen kann.

 

Unterwegs sind wir dann aus der Kolonne ausgebrochen um rechts nach Arvidsjaur abzubiegen. Nach Bodö in Norwegen sind es von hier aus 480 Km. Eine Gelegenheit abzukürzen. Aber ich denke, da bekomme ich Stress mit der Beifahrerin.

 

Die Frau Ichquasselgern hatte gesagt "fahren Sie 99 Km geradeaus" was soviel bedeutet, sie hält jetzt fast 1 3/4 Stunden den Mund. Ich hätte mir ja auch den Herrn Hanssprichtnichtviel ins Navi laden können, aber der hätte gar nichts gesagt und mich dadurch laufend in die Irre geführt.

 

Kurz nach der Abzweigung - eigentlich ging die Straße mit der Nummer 95 hier weiter, hatte nur keine Vorfahrt mehr - hörten die Wildzäune auf. Die Gelegenheit die Hunde raus zu lassen. Dies geschah dann auf einem Skidoo weg, der durch einen orangenen Stab gekennzeichnet war.

 

Die Straßen in Schweden sind in der Mitte durch Vertiefungen gekennzeichnet, die einen Wachrütteln, sollte man nach links auf die Gegenfahrbahn kommen. Nur rechts sind keine, deshalb liegen auch ab und zu einige Autos im Straßengraben. So wie in einer sanften Kurve. Hier hatte wohl einer die 90 km/h nicht eingehalten und sich dann überschlagen. Er konnte froh sein, dass an dieser Stelle der Wald gerodet war.

 

Nach 93 Km und 1:37 h Fahrtzeit erreichten wir dann die 'Grenze' von Schwedisch Lappland. Draußen waren es bereits 7.5 Grad. Unterwegs hatten wir auch mal die 5 Grad erreicht. Alle Bezeichnungen, Ortsnamen u.s.w., sind jetzt in schedischer und samischer Sprache.

 

Der Reiseführer sagt zu Arvidsjaur "Für Besucher, die von einer der anderen Städte an der E45 hierher reisen, erscheint Arvidsjaur mit seiner geschäftigen Hauptstraße wie eine lebhafte Metropole. Vor mehreren Jahrhunderten als samische Markt- und Versammlungsstätte gegründet, wohnen in Arvidsjaur nun zwei Dutzend samische Familien, die Ihren Lebensunterhalt noch mit der Rentierhaltung bestreiten. Von Dezember bis April suchen Dutzende Testfahrer verschiedener Autofirmen den Ort heim, um ihre schnellen Autos auf den gefrorenen Seen bis ans Limit zu testen.

 

Die geschäftige Hauptstraße war für so einen Ort in der Wildnis wirklich attraktiv. Wir beschlossen aber noch weiter nach Arjeplog zu fahren, soll doch hier das Zentrum der Testfahrten sein. Die Seen Hornavan und Uddjaure und die rund 8.700 anderen Seen hier bieten Kilometerlang dazu die Gelegenheit. Im Winter werden hier die Autos getestet. Das ist nichts für Weichlinge, die Temperaturen fallen dann schon mal auf Minus 50 Grad. Unterwegs haben wir das streng bewachte Testzentrum von Continental gesehen. Arjeplog liegt am Silberweg. Mal sehen ob wir morgen das Silbermuseum besichtigen werden.

 

Die meisten Autos, nicht nur im Norden, sondern auch anderswo in Schweden haben vor dem Kühler drei große Lampen. Das ist nicht um das Auto durch das Gewicht tiefer zu legen oder mehr Benzin durch die verloren gegangene Aerodynamik zu verbrauchen, das ist für die Dunkelheit, um die Elche früher sehen zu können. Immerhin ist es hier den ganzen Winter dunkel, so wie es im Sommer hell ist. Auch tiefergelegte VW Käfer mit Skiern oben drauf sieht man hier. Allzeit bereit kann man da nur sagen.

 

Der ICA Supermarket hat hier bis 23 Uhr offen.

 

Die Fahrt nach Arjeplog war öde. Arjeplog selbst - am Ar... der Welt - liegt jedoch an wunderschönen Seen, von den paar Häusern in der Innenstadt mal abgesehen. Unterwegs hatten wir vor Arjeplog am Wegesrand das erste Rentier gesehen. Auch noch in weiß. Die Landschaft hier oben ist karg, die Bäume sind nur noch halb so hoch wie in der Mitte Schwedens...aber es wird noch karger werden.

 

Auf der Fahrt fing es doch tatsächlich an zu schneien und zu hageln, und das bei 7.5 Grad. Ist musste das Tempo zurücknehmen damit das Auto nicht von der Straße rutscht.

 

Jetzt sitzen wir auf dem einzigen Campingplatz in Arjeplog direkt am Hornavan See. Es stürmt wie wild, sodass wir das Sonnenzelt nicht aufbauen können. Das Auto haben wir in den Wind gestellt, damit es hier nicht zu kalt wird.

 

In Arjeplog gibt es auch "Pastorsex". Dem Schild sind wir aber nicht nachgefahren, wer weiß was uns da erwartet hätte.

 

Der Campingplatz bietet auch Hausboote an, bzw. Flöße auf denen man sein Campingmobil drauf stellen kann um dann vorn in die Sauna zu gehen und aufs Wasser hinauszutuckern. Das war uns aber zu stürmisch.

 

Neben uns sind gerade Schweizer mit ihrem 9 m langen Wohnmobil angekommen. Er hat eine Flasche Rotwein aus der Garage des Wohnmobils geholt und lässt es sich gutgehen, während wir hier dürsten, frieren und hoffen, dass der Bus vom Sturm nicht umgeworfen wird.

 

Wir sehen uns dann morgen wieder, bzw. dann wenn wir wieder so ein fantastisches Internet haben wie hier am Ar...der Welt.


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