Schweden - Norwegen 2014 mit Dodo und Claire

 

Tag 19 - 20.06.2014 - Karesuando - Schweden - Finnland - Norwegen - Kautokeino

 

Heute Abend beginnt die Midsommernacht. Die letzte Nacht war die Bude warm, kein kaltes Lüftchen. Werden wir wohl die nächsten Tage immer so machen müssen, bis wir auf den Lofoten sind. Es sei denn es tritt ein Wetterwechsel ein.

 

Der Campingplatz hatte sich gestern Abend noch gefüllt. Alle Stellplätze waren belegt, alle Hütten vergeben. Die Küche war leider nicht sauber, die Toilette war dunkel. Die Dusche wieder offen und diesmal auch ohne Vorhang. Wer hier oben ginant ist, sollte sich besser eine Badehose einpacken oder muss dreckig durch die Gegend laufen. Letzteresschreckt die Mücken ab. Wir sind 50 m von Finnland entfernt und schon gibt es Mücken, aber nur wenn die Sonne scheint.

 

By by Sweden! Wir werden es aber wieder sehen, wenn wir so in 4 - 5 Wochen südlich von Oslo die Grenze nach Schweden erneut überqueren.

 

Die Fahrt heute war grausam. Wer den Unterschied zwischen schwedisch Lappland, finnisch Lappland und norwegisch Lappland wissen will, in schwedisch Lappland gibt es Moore neben der Straße und in den beiden anderen Ländern gibt es Sand. Ansonsten ist alles gleich, die Wälder, die Häuser, die Gegend, nur die Währung nicht und auch nicht die Verkehrsregeln.

 

In Finnland durften wir maximal 80 fahren, da in unseren KFZ-Papieren "Wohnmobil" eingetragen ist. In allen anderen Ländern gelten wir als PKW bis 3,5 Tonnen. Die 80 km/h in Finnland haben uns gut auf Norwegen vorbereitet, da dort auch mit PKW's maximal 80 Km/h gefahren werden darf.

 

Wir verliesen den 'unsauberen' Campingplatz. Ein paar Bilder von der Hütte und der Dusche habe ich beigefügt. Zuerst sind wir in den Tante Emma Laden von Karesuando gefahren und haben Elch Steak geholt. Ein Tipp vom Elchparkbesitzer von gestern. Das gibt es morgen. Heute wird es Erbsensuppe mit Käsewürstchen gegen. Ja hier ist es wie bei Muttern. Selbst in den Läden haben wir Gerichte gekauft, auf deren Packung alles in schwedisch stand, die aber in Deutschland hergestellt sind. In Karesuando gibt es auch ein Hallenbad, nennt sich hier Simhall.

 

Beim Einpacken hatte es geschneit. Danach ging es links rum nach Finnland. Zum Nordkap sollten es von hier noch 434 Kilometer sein, wir werden aber 510 Km fahren (die Umwege nicht eingerechnet), da wir uns noch etwas anderes anschauen möchten. Unterwegs überholten uns drei Motorradfahrer, einer davon eine Frau, aus Ravensburg, die wir gestern auf dem Campingplatz kennen lernen durften.

 

Überhaupt gibt es hier oben die unterschiedlichsten Gefährte mit denen, ausschließlich die Deutschen zum Nordkap fahren oder von dort kommen. Vorgestern kam uns ein Traktor der Marke Hanomag aus Hannover mit einem klitzekleinen Wohnanhänger entgegen. Der Mann auf dem Bock war stark vermummt. Entweder war er allein unterwegs oder die Frau schlief im Wohnanhänger. Heute haben wir einen jungen Mopedfahrer aus Stade überholt. Das Moped pfiff auf dem letzten Loch. Der junge Mann hatte sich zum Schutz vor der Kälte Plastiktüten über die Hände gezogen. Es sind auch viele Fahrradfahrer unterwegs, Motorradfahrer sowieso. Nur Fußgänger haben wir noch keinen gesehen.

 

Am Wegesrand standen wieder offizielle Schilder für den Skidoo Weg, unterwegs abseites der Straße die berühmten roten Kreuze. Wie schon gesagt, die Fahrt war scheußlich. Der Oberhesse würde jetzt sagen, "es hat gegosse wie aus Emern, dann hats geschneit und es war windisch. Das reinste Sauwerrer bei dene hier owwe". Unterwegs waren es mal 0,5 Grad. Der Schnee ist auf den Scheibenwischern liegen geblieben.

 

Im letzten Ort kurz vor der norwegischen Grenze - "Kivilompolo" stand in der Landkarte - wollte ich den Tank nochmals voll machen, da der Sprit in Norwegen doch sehr viel teuer ist. Plötzlich sage Frau Ichquasselgern "Sie erreichen eine Grenze". Wir schauten uns an, weit und breit kein Ort zu sehen, noch irgendein Haus. Vor uns in ca. 500 m Entfernung befand sich die Grenzstation. Ich gedreht und die 10 Km zu der zuletzt gesehenen Tankstelle gefahren. Inge sagte nur, lohnt sich das denn. Mein Antwort: ja. Wir hatten dort nochmal den Tank mit 63 Litern zu 1,56 € den Liter gefüllt. Wir wollen ja am Nordkap nicht frieren wenn die Standheizung die ganze Nacht läuft. In Kautokeino kostete der Liter 1,83 €, wie wir später festgestellt hatten.

 

Wir passierten die norwegische Grenze. Die war besetzt. Es ist ja schließlich die Außengrenze der EU. Eigentlich hätten wir anhalten müssen um die Pässe der Hunde vorzuzeigen. Wir sind jedoch auf der "grünen" Seite der Straße durchgefahren. Keiner hat gefragt. Keiner hat uns angehalten. Augen zu und durch. Wir sind ja schließlich Touristen und wer vermutete schon, dass das halbe Auto mit Hunden besetzt ist.

 

Schilder am Wegesrand erinnern daran, dass im gesamten Gebiet Rentierzucht herrscht. In Kautokeino haben wir zuerst auf dem "Kautokeino Fritidssente & Camping" eingecheckt,, eine Hütte natürlich. Der Regen hatte zwar aufgehört und es sind mittlerweile 8 Grad Plus, aber durch den Wind fühlt sich das an wie 2 Grad Minus. Dann sind wir die ca. 5 Km weiter nach Norden nach Kautokeino gefahren.

 

Kautokeino ist seit jeher das Winterlager der Rentier-Samen. Es ist betont samisch geblieben. Rund 85 % der Einwohner sprechen Samisch als Muttersprache. Einheimische laufen hier oft in samischer Tracht herum. Die Gemeinde ist flächenmäßig die größte gesamt Norwegens und umfasst 10.000 km2. Im Winter leben rund 100.000 Rentiere hier.

 

Interessant ist die Kautokeino Kirke, eine Holzkirche aus 1958 mit dem alten Friedhof davor. Die Dame der Fahrt entdeckte schließlich  "Judith's SØlvsmie", eine Silberschmiede. Die Silber-schmiede ist ein wunderbares Gebäude geprägt von weich fließenden Linien und abgerundeten Ecken (www.juhls.no). Selbst ich war hin und weg. Drinnen gibt es nicht nur Schmuck, Kleidung, Teppiche, hinter einer Glasscheibe sitzen auch Henne und Hahn. So fehlen hier nie die Eier. Die Ausstellungs Ebenen sind ein Traum für jede Frau, die Preise ein Albtraum für jeden Mann.

 

Unsere Beiden liegen wieder in unseren Betten während ich hier den Bericht schreibe und Inge WhatsApp macht. Ist doch ein ansrengerder Tag so hinten in der Box. Ein Lichtblick habe ich noch zum Schluss. Hinter Kautokeino am Horizont im Norden, genau da wo das Nordkap liegt, war es hell und sonnig. Aber das Wetter ändert sich hier schnell.

 

In 2 Tagen sind wir auf dem Nordkap, am Sonntag also, garantiert! Schaut Euch am Sonntag die Webcam vom Nordkap an, dann winken wir.

 


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