Schweden - Norwegen 2014 mit Dodo und Claire

 

Tag 25 - 26.06.2014 - Birtavarre - Tromsö - Sorbotn

 

Eigentlich hatte der Tag gut angefangen - ich hatte nochmal die 'Eigernordwand' und weitere Berge rund um den Campingplatz fotografiert - und eigentlich hätte ich den Bericht von Gestern von der Fahrt hier hinein kopieren können, denn die Landschaft links und rechts war wieder mal einmalig, aber dann hatte ich einen Fehler gemacht. Ich hatte zufällig auf die Reifen des Viano geschaut, die links aus dem Auto hervorlugten. Ich wusste, dass die Reifen innen mehr abgefahren sind als außen, eine 'Krankheit' des Mercedes Viano, aber dass ich innen bereits auf 2 cm Breite auf der Karkasse fahre, ist mir erst hier aufgefallen. Wann schauen die Reifen denn schon mal nach links oder rechts aus der Karosserie heraus. Erst im Mai hatte ich das einseitige Abfahren der Reifen bei Mercedes reklamiert und Spur und Sturz nachstellen lassen, das erste mal davor im Juni 2013.

 

Mir ging die Muffe. Was passiert wenn der Reifen platzt. Was, wenn ich den Trollstiegen fahre oder andere Pässe weiter im Süden von Norwegen. Also Reifen wechseln! Ich fuhr dann langsam in Richtung Tromsö, jederzeit bereit, eine Vollbremsung zu machen.

 

Nach ca. 50 Km hielt ich bei einer Statoil Tankstelle in Skibotn an um zu fragen, wo denn der nächste Reifendienst ist, denn nach Tromsö waren es noch schlappe 120 Km. Hinter der Theke stand ein Mann im Overall, der mir erklärte, er wolle mal nachschauen, ob er solche Reifen am Lager hat. Er ging zum Viano um die Reifengröße aufzuschreiben und dann nach hinten in die Werkstatt. Dann kam er zurück und sagte, er hätte die Reifen da, 2 Stück für 2.000 Kronen alles inklusive. Ich holte den Rechenschieber raus und kalkulierte kurz mal durch, dann sagte ich, ja, nehme ich. Ich fuhr das Auto nach hinten auf die Bühne. Kurze Überlegung, die Reifen hinten müssten ja auch erneuert werden, bevor ich zum TÜV fahre. Also sagte ich zu ihm 4. Er strahlte. Innerhalb von 45 Minuten war alles erledigt. Die Reifen inkl. Montage, Wuchten, neue Ventile und Schraubverschlüsse und zwei Kaffee kosteten mich schlappe 4.000 Kronen, das sind 477 Euro plus 4 Euro für den Einsatz der EC-Karte. Wo bekomme ich sonst in Deutschland für dieses Geld 4 nagelneue Sommerreifen der Größe 225/55 R17 101W. Da hätte ich bestimmt 100 bis 200 Euro mehr bezahlt. Der Tag war gerettet und der Urlaub auch. Den netten Monteur, ich glaube es handelte sich sogar um den Chef der Firma, durfte ich dann noch fotografieren.

 

Es ging weiter nach Tromsö. Je weiter wir nach Tromsö kamen, desto mehr Blitzer waren unterwegs aufgebaut. Hier kann schon mal eine Aufnahme bei einer Überschreitung von mehr als 5 km/h bis zu 10.000 Norwegerkronen kosten. Also Vorsicht.

 

Gestern hatten wir ja schon mal überlegt, wo wir in Tromsö Station machen wollen. Eigentlich wollten wir auf den Campingplatz, auf dem wir vor 18 Jahren bereits eine Cabin - so heißen hier die Hütten - gemietet hatten. Im Internet stand, dass für die kleinste Cabin von 7 m2 480 Kronen genommen werden, dazu kommen 300 Kronen pro Hund. Völlig indiskutabel. Wir sind auch mal hingefahren um uns persönlich zu vergewissern. Ja, war die Antwort...because we have to clean more... Ich denke, eigentlich wollten die keine Hunde hier. Auch die Waschmaschine sollte 100 Kronen pro Wäsche kosten. Alles völlig überteuert. Das nenne ich Abzocke, aber die Leute gehen hin, weil das der nächst gelegene Campingplatz an Tromsö ist, direkt hinter der Eismeerkapelle. Zusätzlich hatte dieser Campingplatz eine ganz schlechte Beurteilung. Einen Stern von 5 möglichen Sternen. Wir entschlossen uns also gestern Abend bereits, woanders zu nächtigen.

 

Tromsö muss man mal gesehen haben. In Tromsö ist das pralle Leben. Eine angesehene Universität. Leute rennen bei diesen Temperaturen bereits mit kurzen Röcken und kurzen Hosen und offenen Blusen herum. Die geheiligte Brauerei Mack, 1877 gegründet von Ludwig Mack aus Braunschweig, haben wir leider nicht gefunden. Sie braut heute noch 18 Sorten Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot. Das Polarmuseum, welches insbesondere die Expeditionen von Nansen und Amundsen dokumentiert, hatten wir uns bereits das letzte Mal ausgiebig angesehen. Die Eismeerkathedrale haben wir uns von außen angesehen. Sie muss wohl geschrumpft sein, das letzte Mal war sie größer. Die Besichtigung von Innen kostet mittlerweile 40 Kronen pro Nase. Verstohlen habe ich noch ein Bild durch die Tür geschossen, denn vor uns standen Leute an der Kasse. Wir sind dann wieder raus.

 

Tromsö liegt ja auf einer Insel, der Insel Tromsoya. Die 1000 m lange Stelzenbrücke, die Tromsö mit dem Festland verbindet, ist in der Mitte so hoch gebaut, dass die Schiffe der Hurtigruten darunter noch hindurch passen...oder sind die Schiffe der Hurtigruten so gebaut, dass sie unter der Brücke von Tromsö durch passen. Diese Frage konnte mir keiner beantworten.

 

Sehr interessant für uns war die Unterwelt unter der Altstadt. Die ist ausgehöhlt. In ihr befinden sich kilometerlange Straßen mit Kreisverkehren, Straßenschildern, Abzweigungen und Garagen. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Die Parkgebühr für die Garage war mit 22 Kronen pro Stunde angegeben. Wir haben für etwas mehr 34 Kronen bezahlt. Inge hatte im Rückgabeschacht des Automaten ein 20 Kronen Stück gefunden. Da ist unsere Dusche für morgen früh wieder gesichert.

 

Unser Mittagessen nahmen wir in Tromsö ein. Im allernördlichsten Burger King der Welt (so steht es im Reiseführer) auf der Storgata 84, in der Fußgängerzone von Tromsö, genehmigten wir uns zwei Doppel Whopper Big Size als Menu, d.h. mit Cola und Pommes für schlappe 212 Kronen = rund 27,50 Euro. Dafür braucht Inge heute nicht zu kochen und ich nicht abzuwaschen. Warum ich ein Bild von der polnischen Botschaft gemacht habe, weiß ich auch nicht, aber die vielen Schiffe im Hafen, u.a. ein weiteres Schiff der Hurtigruten, die "Nordlys" sind schon eine Aufnahme wert.

 

Quartier bezogen haben wir 30 Km außerhalb von Tromsö auf dem "Ramfjord Camping" in Sorbotn direkt am Ramfjorden. Nicht die Zunge brechen! Der hiesige Campingmeister mit langen Haaren und Zopf läuft draußen bei 12 Grad in kurzen Hosen rum.

 

Wir demnächst auch wieder.

 

Wenn wir morgen früh in 67 Km Entfernung wieder einkaufen werden, dann sind wir genau 6.000 Km gefahren...und haben noch nicht mal die Hälfte der Strecke hinter uns gebracht.


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