Schweden - Norwegen 2014 mit Dodo und Claire

 

Tag 37 - 08.07.2014 - Sorkil bei Ulvsväg - Bodö - Saltstraumen

 

Ab jetzt kommt die Maut. Eine Mautstelle nach der Anderen. Solange bis wir wieder aus Norwegen hinaus gefahren sind. Die Regeln sind einfach, so hoffen wir. Die Broschüre sagt:

 

  • passieren Sie die AutoPASS-Mautstationen, ohne anzuhalten
  • der Fahrzeughalter erhält im Nachhinein eine Rechnung in Euro von Euro Parking Collection (EPC) nach Hause
  • die Rechnung können Sie anschließend bei Ihrer Bank begleichen
  • Ausnahme: an manuell betriebenen Mautstationen muss angehalten und die Maut vor Ort gezahlt werden. Bei Unterlassung wird eine Gebühr von 300 NOK fällig.

 

Dann man tau, wie der Norddeutsche sagt.

 

Auf die andere Möglichkeit der vorab Registrierung der Autonummer und Abbuchung von der Kreditkarte habe ich verzichtet, da hier Auslandseinsatzgebühr anfällt. Die Frau Ichquasselgern zeigt mir sowieso bei der Streckenplanung: "Die berechnete Route verwendet Mautstraßen. Möchten Sie die vermeiden?" an. Dann tippe ich meistens auf 'JA' und hoffe, dass der Umweg nicht allzu groß ist. Auf der Strecke nach Bodö sind es gerade mal ein Tunnel, für den Maut genommen wird und Bodö selbst. Der Umweg für den Tunnel sind ca. 3 Km. Die Straße geht immer der Küste entlang. Das ist eh schöner als durch den Tunnel zu fahren.

 

Heute ist High Noon. Im Vorwort steht: 75 Tage in einem engen Bus. 75 Tage fernab von Freunden und Verwandten. 75 Tage kein Internet. Und 75 Tage ohne Bier und kein Wein. Heute Mittag um 12 Uhr hatten wir also den Zenit überschritten. da waren wir 37 1/2 Tage unterwegs. Die Hälfte der Kilometer hatten wir schon langer hinter uns. So glauben wir, dass die Hälfte der Tage auch längst vorbei ist und wir nicht erst Mitte August wieder im Ostertal aufschlagen werden. Am Ende der Tour werden wir dann endgültig wissen, wann die Hälfte vorbei war, sei es Km oder Tage.

 

Der Campingplatz wurde noch voll, alle Hütten waren belegt, doch zu uns hinter hat sich keiner getraut. So standen wir allein. Die Autos auf der E6 hatten wir nach einiger Zeit nicht mehr gehört. Die Hunde waren heute Nacht im Bus, das erste mal. Sie haben es wohl genossen. In der Hundebox wäre es bestimmt zu heiß gewesen. Doch heute früh, was machen die Kerle? Inge hatte sie ohne anzuleinen aus dem Bus gelassen. Sie marschierten schnurstracks nach hinten und verkrochen sich in ihren Boxen.

 

Die Fahrt heute war grausam. Wir wollten nach Bodö. In Bodö gibt es einen BILTEMA. BILTEMA ist der Hornbach der Norweger und der Schweden. Dort gibt es alles, fürs Camping, fürs Auto, fürs Fahrrad, Spielzeug,Hundesachen, Werkzeug u.s.w.

 

Hatte ich das schon erzählt? Wir benötigen eine neue Box und dafür sind wir zu BILTEMA gefahren. Es war vor 3 Tagen auf dem Skagen Campingplatz. Ich hatte das Auto hingestellt und bin zum Einchecken gegangen. Als ich zurück kam, sagte Inge zu mir, fahr noch einen halben Meter zurück. Also Auto angelassen und rums. Das rechte Vorderrad hatte die Box mit dem Campingzubehör getroffen und diese zerlegt. Inge kam zurück und sagt: "Ich mache nichts mehr. Wenn ich schon mal eine Box herausnehme..." Was soll es, ich hätte ja auch erst um das Auto gehen können, bevor ich losfahre.

 

Doch nun zurückzur Fahrt. Die "Norwegen Autobahn", die E6, ist die Hölle. Kurvenreich, Pass hoch, Pass runter, Spitzkurven, ausgefahrene Fahrspuren, Baustellen, Laster, Busse, Wohnmobile und 13 Tunnel, teilweise unbeleuchtet. Alle schieben, auch wenn man 80 km/h fährt, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Wir haben unterwegs so um die 300 Wohnmobile gezählt und nur 10 davon waren Deutsche, der Rest Norweger. Was die wohl zur Zeit alle hier machen. An einer Steigung hatte ich dann einen Norweger überholt, ab dann war Ruhe und ich konnte mein Tempo fahren. Der hat den Rest dann aufgehalten.

 

Überhaupt stellen wir fest, dass an der E6 viel gebaut wurde und noch gebaut wird. Es sind neue Tunnel entstanden, die E6 wird an vielen Stellen verbreitert und begradigt. Sie wird vom Tal auf den Berg oder durch den Berg verlegt. Das Nordkap rückt also näher an Oslo heran. Dadurch verliert sie aber auch die Schönheit, der vielen kleinen Biegungen unten an den Fjorden entlang.

 

In Fauske stand ein Schild "Mid of E6". Hier ist es auf der E6 nach Norden wohl genauso weit wie nach Süden. In Fauske sind wir dann auf die RV80 nach Bodö abgebogen. Bodö stand nicht auf unserem Plan. Zitat Reiseführer: "Die Innenstadt wurde nach der fast vollständigen Zerstörung im zweiten Weltkrieg neu aufgebaut und hat architektonisch nichts zu bieten". Das ist auch der Grund warum die meisten Nordkap Fahrer Bodö links liegen lassen.

 

Wir wollten jedoch zu BILTEMA und auf dem Campingplatz in Bodö übernachten. Die Fahrt auf der RV80 nach Bodö war eigentlich schön. Es ging die meiste Zeit am Skerstadjford entlang. Unterwegs kam uns die Nordlandsbanen entgegen. Auf einem Parkplatz standen jede Menge Leute und zückten die Kamera als sie vorbeifuhr. Für unser Foto zu spät anzuhalten. Bodö ist der nördliche Endpunkt dieser Bahn.

 

Dann kam das erste Schild. "Automatisk bomstasjon, Automatic toll, 10 Km". Die Frau Ichquasselgern sagte, "biegen sie die nächste Straße links ab". Das taten wir und ersparten uns so den Zoll. Nach dem nächsten Schild gab es keine Umfahrung. So berappten wir 21 Kronen, Rechnung kommt nach Hause. Denke, das wird ab jetzt so weiter gehen.

 

Auf dem Weg zu BILEMA - vielleicht bekomme ich ob der vielen Erwähnungen an dieser Stelle ab jetzt Prozente - sind wir dann durch Bodö und am Hafen vorbei gefahren. Am Kai stand die Finnmarken, eins der Hurtigruten Schiffe, die gerade von den Lofoten gekommen ist. Es standen aber auch viele Wohnmobile hier, die auf die Fähre in Richtung Lofoten warteten.

 

Wir sind dann zum Campingplatz in Bodö gefahren. Der liegt direkt neben den Flugplatz aber mit wunderschönem Blick auf den Saltfjorden. Von oben sahen wir schon die vielen Wohnmobile und das um 14 Uhr. Für uns ein No Go. Also gedreht und zurück auf die RV80 nach Loding. In Loding haben wir die RV17 in Richtung Süden genommen. Diese Strecke wollten wir sowieso weiter fahren, an der Küste entlang. Zitat Reiseführer: "Die Kystricksveien, sie ist länger und teurer, unglaublich wie sich diese Fährkosten summieren, aber sie lohnt sich.".

 

Gelandet sind wir auf dem Pluscamp Saltstraumen. http://www.saltstraumen-camping.no/ . Wir stehen an der Hecke, rechts von uns ein Wohnwagen, der nicht mehr benutzt wird und links von uns ein Holztisch mit Bank. Den haben wir gleich so gestellt, dass ein möglicher Nachbar mindestens 10 m entfernt stehen muss. Wir schlafen diesmal also nicht zwischen den vielen Norwegern, die bis Mitternacht die Sonne mit Wein, Bier und Musik genießen müssen.

 

Morgen geht es auf dem Kystricksveien weiter.

 

Ach so, wer noch wissen möchte was der Saltstraumen ist, der klicke bitte hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Saltstraumen oder hier http://www.youtube.com/watch?v=JtGKODWYUP4


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