Schweden - Norwegen 2014 mit Dodo und Claire

 

Tag 45 - 16.07.2014 - Eire Camping nahe Eidsväg -Trollstigen - Valldal

 

Der Campingplatz auf dem wir letzte Nacht waren befindet sich an der Spitze des Eresfjorden. Die Toilettenanlagen sind astrein. Alles sauber und Tipp Topp in Schuss. Die Duschen haben das Schild an der Tür "Baderoom" mehr als verdient. Großzügig mit Glastür und Fußbodenheizung. Der ideale Platz für Dauercamper, auch von der Umgebung her. Eine wunderschöne Aussicht auf die Berge ringsherum, wenn sie nicht mit Wolken verhangen sind.

 

Heute sollte es über den Trollstigen und bis nach Geiranger gehen. Die Nacht hatte es geregnet. Eine gute Entscheidung eine Hütte zu nehmen. Die Hunde hatten sich die Betten zwischen Inge und mir aufgeteilt. Mal schlief Dodo bei Mama, mal bei mir, aber meistens war es Claire, die ihren Hintern an meinen Bauch drückte.

 

Die Wetter App hatte ja noch gesagt, dass es bis einschließlich Freitag dort regnen sollte. Gestern Abend hatten wir noch vereinzelt Sonne und blauen Himmel gesehen, aber meistens waren die Berge wolkenverhangen. Heute früh war das genauso. Die Campingplatzchefin sagte aber, dass das Wetter besser werden sollte.

 

Hinter dem Eresfjorden, ein Seitenarm des Langfjorden, ging es erst mal kurvenreich auf den Berg hinauf bis auf 500 m Meereshöhe und auf der anderen Seite durch ein langgezogenes, saftiges Wiesental wieder hinunter. Es klarte auf. Die Sonne lugte durch die Wolken hindurch und verschaffte sich Platz. Dazwischen war blauer Himmel. Dieses schöne Wetter sollte uns bis hinter den Trollstiegen treu bleiben. Das Wiesental endete am Langfjorden, unsere Reise ging aber weiter. Warum der Langfjorden Langfjorden heißt, weiß ich auch nicht, wahrscheinlich weil es sooo lang daran entlang geht. Kleiner Kalauer, musste mal sein!

 

Am Ende des Langfjorden wurde gerade die Fähre Afarnes - Solsnes beladen. Diese Fähre hätten wir gestern auch nehmen können, aber wir sind lieber die 100 Km Umweg am Fjord entlang gefahren, schließlich wollen wir nicht durch Norwegen durchrauschen. Allerdings war der Umweg zeit- und kostenintensiver.

 

Von Afarnes zweimal links um die Ecke rum und zwei Fjorde weiter erreichten wir nach weiteren 31 Kilometern Andalsnes. Laut Reiseführer wurde diese moderne Stadt am Romsdalfjord während des zweiten Weltkrieges durch Bomben stark zerstört und ist deshalb weniger interessant. Wir also weiter.

 

Hinter Andalsnes begann die Anfahrt zum Trollstiegen, ein Muß für jeden Norwegen Besucher. O-Ton Reiseführer: Der Trollstiegen (Trollleiter) ist etwas für Menschen mit starken Nerven, egal ob man sie von Norden oder von Süden in Angriff nimmt. Die 1936 nach achtjähriger Arbeit fertiggestellte Straße fordert mit ihren elf Haarnadelkurven und einer Steigung von 1:12 volle Konzentration. Hinzu kommt, dass sie größtenteils mehr oder weniger einspurig ist. Mehrere dramatische Wasserfälle donnern am Straßenrand ins Tal, darunter der 180 m hohe Stigfoss. Wir kamen von Norden und hatten deshalb den kürzeren, aber steileren Anstieg zuerst, gefolgt von einer langen, weniger steilen und weniger kurvenreichen Abfahrt. Wer sich die Anfahrt zum Trollstigen ansehen möchte, der kann auf das nachstehende Video klicken.

 

Ich hatte mich auf den Trollstigen seelisch und moralisch schon vor der Abfahrt zu Hause vorbereitet, denn ich bin nicht schwindelfrei. Die zwei Meter Ausblick auf den Asphalt vor dem Auto haben mir gereicht, das Auto sicher hoch zu bringen. Kein Blick links, keiner rechts, jetzt habe ich ihn hinter mir, den Trollstigen. Aber ähnliche Passstraßen kommen noch, die werden nur nicht so vermarktet und sind deshalb den Touristen nicht so bekannt. Ein Video vom Aufstieg auf den Trollstigen findet Ihre unten.

 

Was Inge und mich am Trollstigen erschütterte, war der Blick als wir oben ankamen. Auf der Passhöhe befand sich ein brandneues Besucherzentrum. Menschenmassen überall. Nicht nur Norweger, Schweden, Finnen, Italiener oder Deutsche, nein auch Japaner waren hier und zwar die, Sorte Japaner, die Europa in 5 Tagen machen. Außer einem Besucherzentrum - im Angebot Waffeln und Kaffee für 6 Euro - sowie einen Souvenierladen und zwei Stege mit Überhang über den Felsen haben sie hier gebaut. Habe schon zur Inge gesagt, wenn wir an den Preikestolen kommen, dann haben sie dort jetzt auch einen gläsernen Aufzug, der vom Fjord die 800 Meter steile Wand hinauf und hinunter fährt. Tourismus ist halt eine gute Einnahmequelle.

 

Wenn man sich die nachfolgenden Bilder genau ansieht, dann kann man erkennen, wie der Trollstigen am Fels klebt und die Autos sich wie an einer Schnur gezogen nach oben bewegen. Leider geben die Aufnahmen nicht das her, was man es in Wirklichkeit sieht. Steil und eng, deshalb habe ich noch eine Hinweistafel fotografiert, auf der die Straße besser erkennbar ist. Sogar Busse fahren hier und Wohnanhänger obwohl auf unserer Karte steht, dass der Trollstigen für Wohnanhänger gesperrt ist.

 

Die 30 Kilometer bis zum Geiranger haben wir heute aber nicht mehr geschafft. Das hatten wir vorher schon ausgemacht, denn am Geiranger werden die Campingplätze wohl überlaufen und teuer sein.

 

Wenn wir morgen zum Geiranger fahren, dann werden wir genau dort die 9.000 Km knacken.

 

Unseren Stellplatz haben wir diesmal auf dem Jemtegard Feriesenter etwas oberhalb von Valldal und abseits der Straße gefunden.  Wir hören hier nur den Fluß, der das Gletscherwasser vom Trollstiegen herunter in den Norddalsfjorden befördert. Und es regnet. Mal sehen wie es morgen früh ausschaut.

 

Die Fahrt über den Trollstigen!

© Wikipedia
...Der Trollstigen ist Teil der Provinzstraße 63 und führt vom Isterdal in elf Haarnadelkurven mit etwa zwölf Prozent Steigung hinauf zur Passhöhe. Dabei überwindet sie eine Höhendifferenz von 405 m und erreicht 700  moh. Im weiteren Verlauf erreicht die Straße eine Höhe von 850 m. Auf halber Strecke führt die Straße, die Teil der Goldenen Route ist, zudem über einen eindrucksvoll rauschenden Wasserfall, den 320 Meter hohen Stigfossen. Die Passstraße wird umrahmt von den Bergen Bispen (dt. „Bischof“, 1.450 m), Kongen (dt. „König“, 1.614 m) und Dronninga (dt. „Königin“, 1.701 m). Die Strecke ist witterungsbedingt nur im Sommer geöffnet und kann von etwa Mitte Mai oder Anfang Juni bis Ende September befahren werden....

 


< zur vorhergehenden Seite          -          zur Übersichtsseite          -          zur nächsten Seite >

www.boxer-odenwald.de ©