Schweden - Norwegen 2014 mit Dodo und Claire

 

Tag 46 - 17.07.2014 - Valldal - Geiranger - Oppstryn

 

Gestern war noch Waschtag, hatte ich ganz vergessen zu schreiben. Diesmal waren es die Decken, die uns vor der Kälte geschützt hatten und die wir dann in den Hütten als Betttuch benutzt hatten. Inge hatte sich dabei noch aus der Damen-Dusche eine Flasche "Seba Med Liquid Face & Body Wash ph 5.5" gesichert. Jetzt kann ja nichts mehr passieren.

 

Im Reiseführer steht irgendwo, dass man die Strecke Kristiansund - Geiranger in einem Tag machen kann. Glaube ich weniger, fahren kann man das schon, aber anschauen kann man dabei nichts. Wir haben dazu 3 Tage gebraucht. Heute haben wir allein für die vielen Kehren zum Geiranger hinunter und auf der anderen Seite wieder hoch 2 Stunden benötigt und das war nur die reine Fahrtzeit für die 38 Kilometer. Dabei ging es in 11 Haarnadelkurven auf der Adlerstraße hinunter zum Geiranger und auf der anderen Seite in 22 engen Kehren wieder hoch. Geiranger hatten wir uns natürlich auch ausgiebig angesehen.

 

Jeden Tag sind eins bis zwei Kreuzfahrtschiffe hier. Heute waren die Crystal Symphony mit 950 Passagieren von 11 bis 17 Uhr und die Aida Luna mit 2.050 Passagieren von 11 bis 20 Uhr vor Ort, wobei die Crystal Symphony größer zu sein scheint.. Denke da hat der einzelne Passagier mehr Platz und zahlt auch mehr.

 

Wir hatten uns vorgenommen, im Geirangerfjord eine Kreuzfahrt für Arme zu machen. Wir wollten mit dem Fährschiff Geiranger - Hellesynt fahren. Bei dieser Fahrt hätten wir den gesamten Fjord vom Wasser aus gesehen. Hätte uns zwar 480 Kronen gekostet, was ungefähr 2 Übernachtungen entspricht, wäre uns aber egal gewesen. Doch dazu später mehr.

 

Nachdem wir in Valldal bei Regen eingepackt hatten, sind wir erst mal die wenigen Kilometer auf der RV63 nach Linge zur Fähre Linge - Eidsdal gefahren. Übrigens, der Zaun am Campingplatz Rand wo wir standen bestand aus einer Hecke aus Himbeersträuchern. Die Früchte waren reif und drei mal so groß wie wir die kennen. Da konnte keiner widerstehen.

 

An der Fähre in Linge angekommen, hatten wir Glück. Dort haben sie schwer rangiert um soviel auf die Fähre zu bekommen wie nur geht. Wir passten gerade noch hinter einen Bus und dahinter noch ein Pkw. , die früher da waren, aber länger waren mussten warten. Die Überfahrt war wunderschön. Ein wunderbarer Ausblick vom Oberdeck auf den Norddalsfjorden und die dahinter liegenden Berge.

 

Danach ging es hoch in ein sehr schönes Wiesental. Sah aus wie im Allgäu. Auf den Wiesen rundherum jede Menge Ziegen, die Milch für den hervorragenden Gudbrandsdalsost geben. Wer ihn nicht kennt, den gibt es auch bei uns in Deutschland. http://www.amazon.de/Gudbrandsdalen-Gudbrandsdalsost-Molkenk%C3%A4se-Braunk%C3%A4se-Karamellk%C3%A4se/dp/B004134OJK

 

Nach ca. 25 Kilometer waren wir am Abstieg zum Geirangerfjord. Der Blick von hier oben, einfach grandios. Wir sahen unten schon die Aida Luna liegen. Inge ist bis an die Abbruchkante gegangen um ihre Bilder zu machen. Danach begann unsere Abfahrt. Busse kamen kaum aneinander vorbei. Ein roter Tourbus kam uns entgegen. Es handelte sich um einen Bus, der stündlich die Haarnadelkurven hinauf und hinunter fährt. Eins der vielen Angebote für die vielen Schiffsreisenden. Der Bus war hinten offen, sodass die Passagiere ihren Kopf hinaushalten konnten. Die brauchten dann keine Tüten mehr. Inge hatte wohl großer Vertrauen in meine Fahrtkünste, denn sie schaute laufend hinunter und machte Bilder, ich sah wieder mal nur den Asphalt 2 Meter vor dem Auto.

 

Wir suchten unten dann einen Parkplatz und schauten uns das Treiben ausgiebig an. Danach die üblichen Touristenfotos und ein Gang durch die Läden, um zu sehen was man alles nicht braucht. Neben, vor und hinter uns wurde viel japanisch, norwegisch, französisch und vor allen Dingen deutsch gesprochen, wohl alles Passagiere von der Aida Luna. Diese wurden mit Tender-Booten vom Schiff hin und her gekarrt. Busse standen bereit, um einige Passagiere auf den Dalsnibba zu fahren. Wenn die gewusst hätten, dass da oben Nebel ist, hätten sie den Ausflug nicht gebucht.

 

Unsere Kreuzfahrt für Arme haben wir dann doch nicht gemacht. Es fing an zu regnen und die Felsen rund um den Fjord waren fast nicht mehr zu sehen. Außerdem wäre die Fähre wieder geschlossen gewesen, was für die Hunde bei der 65 minütigen Fahrt wohl wieder Stress bedeutet hätte. Dafür haben wir ein wunderschönes Foto von dem grandiosen Wasserfall der "sieben Schwestern". Bei der Fahrt hätten wir sicherlich weniger gesehen als das was auf dem Plakat zu finden war, was ich fotografiert habe.

 

Wir fuhren dann die andere Seite mit den vielen Kehren auf der RV64 hoch bis auf ca. 1.000 m Meereshöhe. Unterwegs haben wir den "Knuten" gesehen, eine besondere Straßenlösung, die dazu beitrug, dass diese Straße 1900 auf der Weltausstellung in Paris mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde.

 

Zum Aussichtspunkt Dalsnibba auf rund 1.476 m Meereshöhe sind wir wegen der Busse vom Schiff nicht gefahren. Hätte sich eh nur bei schönem Wetter gelohnt. Hinter der Djupvasshytta bogen wir dann rechts ab auf die RV15 in Richtung Stryn. Vier Tunnel zwischen 4,7 und 2,5 Kilometer Länge galt es zu durchfahren bevor wir uns auf die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit gemacht haben.

 

Wir haben sie in Oppstryn am Stynevatnet gefunden. Es handelt sich wieder einmal um eine Hütte, diesmal auf dem Oppstryn Camping direkt gegenüber vom Friedhof. Die Hütte kostet 400 Kronen, ist aber mit eigener Toilette und eigener Dusche. Gegen die 250 Kronen, die wir für einen Stellplatz hier bezahlt hätten (ohne Strom) ist das nichts. Und wir haben seit langer Zeit wieder mal Internet direkt bis in die Hütte hinein und müssen nicht jedesmal zur Rezeption laufen.

 

In Oppstryn befindet sich auch das Jostedalsbreen Nasionalparksenter, eins von den vielen rund um den Jostedalsbreen. Das haben wir natürlich besucht. Neben einer Ausstellung über den Jostedalsbreen, einen Erdrutsch den es hier in der Nähe in 1936 mit 78 Toten gab und Information über die Wikingerzeit in Norwegen kann man hier alles kaufen was man nicht benötigt.

 

Über uns hängt eine riesige Gletscherzunge vom Jostedalsbreen herunter, können wir aber noch nicht ganz greifen.. Dafür haben wir das Eis auf der Hand. Wir befinden uns nördlich vom Jostedalsbreen, mal sehen ob wir morgen von Olden aus in Richtung Brigsdals Gletscher fahren. Den Rest müssten wir allerdings zu Fuß gehen. http://www.briksdalsbre.no/ Diese Tour hatten wir vor ein paar Jahren bereits mit unseren Kinder gemacht. Jetzt dürfte der Gletscher allerdings noch weiter zurückgegangen sein.

 

Und wer es noch nicht gesehen hat, habe ein Video in den gestrigen Bericht von der Fahrt zum Trollstigen eingestellt.


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