Schweden - Norwegen 2014 mit Dodo und Claire

 

Tag 50 - 21.07.2014 - Bratland - Bergen - Ovre Eidfjord

 

Heute beginnt die Woche Nummer 8 unserer langen Reise.

 

Eigentlich wollte ich heute nicht so weit fahren. Am Ende waren es 196 Kilometer. Wir hatten vor, Bergen zu besichtigen und danach nochmal an die Küste zu fahren, da der nächste Campingplatz auf unserem weiteren Weg etwas weit entfernt war. In der Landkarte waren auf den Inseln vor Bergen fünf Campingplätze markiert. Gestern Abend hatte ich nochmal das Internet durchsucht, ob diese Campingplätze auch vorhanden sind. leider habe ich keinen gefunden. Auch in unserem ADAC-Campingführer und dem NAF-Campingführer für Norwegen waren keine Campingplätze eingetragen. In der Rezeption hatte ich mir noch einen Stadtplan von Bergen und der Umgebung mitgenommen. Auch da waren auf den Inseln keine Campingplätze verzeichnet, während die drei, die wir gestern vor Bergen angefahren hatten, dort drin waren. Die Entscheidung war also klar. Wenn wir aus Bergen wegfahren, geht es ab ins Landesinnere.

 

Vor einigen Tagen hatten wir schon beschlossen, dass wir nicht mehr wie geplant an der Südküste Norwegens entlang fahren, sondern den kürzesten Weg nach Oslo nehmen und raus aus Norwegen. Ich wollte es nicht sagen, aber wir haben genug von Norwegern. Diese Hauruck Methoden der Norweger und diese überlaufenen Campingplätze, da finden wir in Schweden Besseres.

 

Wir also eingepackt und mit den Hunden nochmal Gassi gegangen. Hinter dem Campingplatz war ein Feld- und Wiesen-weg, den sind wir dann gefahren. Da wollten wir die Hunde laufen lassen. Ca. 500 m später eine Eisenbahn-Brücke mit einer Breite von 2,30 Metern, so stand es wenigstens auf dem Schild. Rechts waren schon die Steine abgebrochen sodass ich den 2,30 Metern nicht traute. Wendemöglichkeit gab es keine, wir mussten also durch. Die Spiegel eingeklappt, die Piepser gaben trotzdem sofort Alarm. Inge musste also raus um mich durchzulotsen. Ein Opa mit drei Zähnen kam dazu und lotste ebenfalls. Langsam ging es durch das Nadelöhr,. Es hatte geradeso gepasst. Das kuriose daran ist, dass diese Bahnstrecke noch in Betrieb ist. Wir haben öfter die Bahn gehört. Eine Frage der Zeit, wann die Brücke einstürzt.

 

Nachdem die Hunde sich ihrer Sachen entledigt hatten, sind wir dann weiter die restlichen 17 Kilometer nach Bergen. Vorher hatte ich schon im Reiseführer ein Parkhaus gesucht. Empfohlen wurde das Bygarasjen Parkhaus, welches sich über dem Busbahnhof befindet. Laut Reiseführer sollte das für 24 Stunden maximal 100 Kronen nehmen. Wir haben für 1 1/2 Stunden 40 Kronen bezahlt, soviel vorweg.

 

Die Fahrt nach Bergen zog sich, wusste garnicht, dass Bergen so groß ist. Ohne Navi hätten wir das Parkhaus nie gefunden. Es war riesengroß. Wir dort unser Auto abgestellt und in die Innenstadt gelaufen. Eigentlich wollten wir uns nur Bryggen ansehen, sonst nichts. Wir sind dann vom Parkhaus zu Lille Lungegardsvann, einem Park mit großem Teich und einer Wasserfontäne in der Mitte gegangen. Überall wunderschöne bunte Blumen. Anschließend durch die Torgasllmenningen, die Haupteinkaufsstraße und geradeaus weiter auf den Torget, den Hauptplatz vor dem Hafen. Es war natürlich Betrieb. Überall Stände die Obst, Gemüse und Fisch jeglicher Art verkaufen wollten. In Bryggen selbst haben wir die 'fünf' Häuser besichtigt, mit ihren Holzwegen dazwischen. Die sieht man ja auf jedem Bild von Bergen. Nur die Touristen sieht man hier nicht. Auf den Bildern schneiden sie die wohl raus, In Bryggen gibt es auch den Engelgården zu Deutsch wohl Engelshof.

 

Im Hafen lagen neben anderen Schiffen eine große russische Jacht, von wem auch immer und ein sehr großes Segelboot mit einer mir noch unbekannten Flagge.

 

Unsere Meinung zu Bergen. Man kann es sich schon mal ansehen, wer aber große Erwartungen hat so wie wir ,wird danach wohl etwas enttäuscht sein. Natürlich hat Bergen noch mehr zu bieten außer Bryggen. Wegen der Hunde und der Parkplatzsuche fallen allerdings weitere Besichtigungen unsererseits aus. Auch die Fahrt auf den Floyen haben wir uns erspart, da wir das Bild von oben aus jedem Prospekt kennen.

 

Wir sind dann weiter. Bis Oslo noch 360 Kilometer, stand auf einem Schild. Wir also auf der E39 nach Süden in Richtung Os. Hier änderten wir unsere Fahrt. Anstatt mit der Fähre überzusetzen haben wir nochmals unsere Vorräte aufgefüllt und sind dann links abgebogen auf eine Landstraße dritter Ordnung, die uns nach 35 Kilometern zur RV7 leiten sollte. Was habe ich gesagt, enge Straße, manchmal nur einspurig, rauf, runter, Spitzkehren. Inge sagte noch, wenn hier ein Wohnwagen kommen sollte, dann ist es aus. Hätte sie mal lieber nicht gesagt. Kurz danach stand einer vor uns. Wir sind aber irgendwie aneinander vorbei gekommen.

 

Dann rechts ab auf die RV7 in Richtung Oslo. Die Strecke nach Oslo führt ab hier über die Hardangervidda. Zuerst ging es 25 Kilometer über ein Fjell. Nur ca. 1.000 Meter hoch, aber die Norweger haben auch hier, wie wohl überall Usus, ihre Wochenendhütten in die Landschaft hinein gepflastert. Am Wegesrand standen noch die Stangen für den Schneepflug, ganze 3 Meter hoch waren die. Bei der Auffahrt und der Abfahrt je ein Vossen, natürlich mit Aussichtsplattform.

 

Vor Norheimsund eine Mautstation. 43 Kronen pro Pkw.wurden für die Fahrt genommen. Hinter Norheimsund ging es dann am Hardangerfjorden entlang. Die Aussentemperatur zeigte inzwischen 30,5 Grad an. Ein Blick wie am Gardasee. Eine Straße wie am Gardasee in den 50er Jahren. Meist einspurig und rechts ging es steil runter. Ich hatte mich hinter einen Bus geklemmt, der hat Platz gemacht. Unterwegs kamen uns 2 Busse und ein LKW entgegen. Alle mussten rückwärts um die paar Zentimeter Platz in der Felswand für den entgegenkommenden Bus frei zu machen.

 

Dann mussten wir über einen Seitenarm des Hardangerfjorden. Die Brücke war zwar sehr lang, aber einspurig und der Verkehr wurde durch Ampeln geregelt. Rechts unter uns dann noch die Fähre von Kvannda nach Utne, doch wir mussten auf der RV7 weiter.

 

Endlich war der Hardangerfjorden zu Ende. Es ging in einen 7,7 Kilometer langen Tunnel. Der erste Tunnel in dem es hell war. Zwischendrin zwei Kreisverkehre, beleuchtet mit blauem Licht. Im Tunnel weiter in Richtung Oslo. Aus dem Tunnel raus und eine Riesenbrücke. Hardangerbru stand daran. Danach eine Mautstation und wieder in ein Tunnel. 150 Kronen wurden uns für die Tunnelfahrt abgebucht. Ich sah noch im Navi, dass wir im Tunnel eine 360 Grad Kurve fahren sollten. Aus dem Tunnel raus und auf einen Parkplatz. da habe ich erst realisiert, dass die beiden Tunnel und die riesige Brücke vollkommen neu waren. Die Bauarbeiten wurden wohl in diesem Jahr erst beendet.

 

Vorher hatte ich schon Eidfjord als Endziel eingegeben. Auf dem Eidfjorden, an dem wir entlang mussten, fuhr gerade die "Rotterdam" Fjord auswärts. Um die nächste Ecke sahen wir Eidfjord und fast so groß wie die Stadt selbst parkte die "Aida Luna" davor. Die war wohl auf der Kreuzfahrt über den Geiranger hierher gekommen.

 

Der Campingplatz in Eidfjord war sehr gut belegt und die paar Plätze, die noch frei waren, eigneten sich nicht für uns mit den Hunden. Wir also nach Ovre Eidfjord. Da kannte ich noch einen Campingplatz auf dem wir bei zwei anderen Norwegen Touren übernachtet hatten. Auch der war so, dass es für uns mit den Hunden nicht passte. Direkt daneben aber ein neu angelegter Campingplatz bei dem auch die sanitären Anlagen neu und größer sind. Den haben wir dann genommen.

 

Auf dem Myklatun Campingplatz in Ovre Eidfjord zahlten wir 110 Kronen für die Übernachtung, 20 Kronen für Strom und 20 Kronen für die Duschen. So günstig hatten wir es noch nie.

 

Morgen geht es weiter über die Hardangervidda über Geilo nach Oslo und bis nach Schweden. Bis dorthin sind es noch 422 Kilometer, also noch 3 Tage.


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